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Online-Terminbuchung: 36 auf 64 Prozent in zwei Jahren

Online-Terminbuchung: 36 auf 64 Prozent in zwei Jahren

64 Prozent buchten 2025 online einen Arzttermin, 2023 waren es 36. 58 Prozent nutzen dabei Plattformen, nur 25 Prozent die Praxis-Website. Die Bitkom-Zahlen und was daraus folgt.

Auf einen Blick

Der Digitalverband Bitkom erhebt seit Jahren, wie viele Menschen in Deutschland schon einmal einen Arzttermin online vereinbart haben. Die jüngste Erhebung, veröffentlicht am 22. Dezember 2025 auf Basis von 1.145 telefonisch Befragten ab 16 Jahren, kommt auf 64 Prozent. 2019 waren es 26 Prozent, 2023 dann 36 und 2024 bereits 50. Bemerkenswerter als die Kurve selbst ist eine Verschiebung dahinter: Der Anteil derer, die über spezialisierte Terminplattformen buchen, ist binnen eines Jahres von 39 auf 58 Prozent gestiegen, während der Anteil der Buchungen über Praxis-Websites von 33 auf 25 Prozent gefallen ist. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen ein und leitet daraus vier Schritte ab.

Inhalt

Vier Messpunkte, kein Bauchgefühl

Die Datengrundlage ist zwei aufeinanderfolgenden Presseinformationen des Digitalverbands Bitkom zu entnehmen, deren Erhebungszeiträume und Stichproben jeweils ausgewiesen sind. Für die aktuelle Auswertung befragte Bitkom Research im Zeitraum von Kalenderwoche 38 bis Kalenderwoche 43 des Jahres 2025 telefonisch 1.145 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, repräsentativ; veröffentlicht wurde das Ergebnis am 22. Dezember 2025. Die Vorjahresbefragung lief in denselben Kalenderwochen mit 1.007 Befragten und erschien am 22. November 2024.

Auf die Frage, ob sie schon einmal einen Arzttermin im Internet vereinbart haben, antworteten:

  • 2019: 26 Prozent
  • 2023: 36 Prozent
  • 2024: 50 Prozent
  • 2025: 64 Prozent

Weitere 16 Prozent haben bislang keinen Online-Termin gebucht, können sich das aber künftig vorstellen. Nur noch 18 Prozent lehnen die digitale Terminvergabe grundsätzlich ab. Rechnet man die ersten beiden Gruppen zusammen, stehen vier von fünf Befragten der Online-Buchung offen gegenüber.

Vier Messpunkte über sechs Jahre sind belastbarer als jeder einzelne Wert, weil sie die Richtung sichtbar machen. Zwischen 2019 und 2023 stieg der Anteil um zehn Prozentpunkte, zwischen 2023 und 2025 um achtundzwanzig. Was einmal ein Angebot für technikaffine Patientinnen war, ist inzwischen der Normalfall. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder ordnet das in der Mitteilung vom Dezember 2025 so ein: „Die digitale Terminvergabe ist ein wichtiges Instrument für eine effizientere Gesundheitsversorgung. Digitale Prozesse reduzieren den Aufwand in den Arztpraxen, sparen für alle Beteiligten Zeit und verbessern den Zugang zur medizinischen Versorgung."

Die Verschiebung, die im Vorjahresvergleich steckt

Der für die Praxisplanung folgenreichste Befund wird selten zitiert, weil er erst im Vergleich zweier Jahrgänge sichtbar wird. Beide Erhebungen fragen nämlich auch, worüber gebucht wurde, wobei Mehrfachnennungen möglich waren.

In der Erhebung von 2024 hatten 39 Prozent schon einmal über eine Terminplattform wie Doctolib, Jameda, Clickdoc oder Termed gebucht und 33 Prozent über die Homepage der Praxis, ein Online-Formular oder per E-Mail. 22 Prozent hatten beide Wege genutzt. Plattform und eigene Seite lagen also nahezu gleichauf.

Ein Jahr später sieht das anders aus. In der Erhebung von 2025 haben 58 Prozent der Befragten ihren Arzttermin bereits über eine spezialisierte Plattform vereinbart, aber nur noch 25 Prozent über die Website einer Arztpraxis oder medizinischen Einrichtung.

Die Plattformnutzung ist damit binnen zwölf Monaten um neunzehn Prozentpunkte gestiegen, während die Buchung über die Praxis-Website um acht Prozentpunkte zurückgegangen ist. Für eine Praxis, die gerade in einen Website-Relaunch investiert hat, ist das eine unbequeme Zahl. Sie bedeutet nicht, dass die eigene Seite überflüssig würde, denn sie trägt weiterhin Vertrauen, Team und Leistungsspektrum, und Bitkom selbst überschreibt die Mitteilung mit dem Hinweis, dass Praxishomepages wichtig bleiben. Der Buchungsvorgang selbst wandert jedoch erkennbar ab. Wer auf der Plattform nicht auffindbar oder dort mit einem ungepflegten Profil vertreten ist, wird an dieser Stelle nicht gebucht, unabhängig davon, wie gut die eigene Seite aussieht.

Was die Befragten als Vorteil nennen

Die Erhebung von 2025 fragt auch nach den Vorteilen. Diese Antworten stammen von den Befragten, die die Online-Terminvereinbarung nutzen oder sich das vorstellen können, und nicht von allen Teilnehmenden. Genannt wurden, nach Häufigkeit geordnet: die Unabhängigkeit von den telefonischen Erreichbarkeiten der Praxen mit 84 Prozent, die flexible Auswahl an Terminen etwa zu Randzeiten mit 58 Prozent, automatische Terminerinnerungen mit 43 Prozent, die bessere Verfügbarkeit kurzfristiger Termine mit 37 Prozent und schließlich die Möglichkeit, Termine online abzusagen oder zu verschieben, mit 26 Prozent.

Der Spitzenwert beschreibt kein Produktmerkmal, sondern ein Ärgernis. Die meistgenannte Stärke der Online-Buchung besteht darin, dass sie einen Anruf überflüssig macht.

Das Telefon als eigentlicher Auslöser

Wie groß dieses Ärgernis ist, quantifiziert die Erhebung vom 22. November 2024. Dort stimmten 88 Prozent aller Befragten der Aussage zu, Praxen seien telefonisch oft schwer zu erreichen. 75 Prozent fanden, alle Praxen und medizinischen Einrichtungen sollten eine Online-Terminvereinbarung anbieten, und 73 Prozent derjenigen, die sie kennen, wollten nicht mehr darauf verzichten.

Der Wert mit der unmittelbarsten betriebswirtschaftlichen Bedeutung steht daneben: 27 Prozent suchen ihre Praxis gezielt danach aus, ob sie eine Terminvereinbarung über das Internet anbietet. Mehr als jede vierte Person trifft die Auswahl also bereits an diesem Kriterium, bevor über Leistungsspektrum, Ausstattung oder Bewertungen überhaupt gesprochen wird.

Dieselbe Erhebung zeigt außerdem, dass die Online-Buchung für die meisten kein Ausnahmefall bleibt. Von denen, die online Termine buchen, tun das 48 Prozent immer oder häufig, 29 Prozent gelegentlich und 21 Prozent zumindest selten.

Vier Schritte, in dieser Reihenfolge

Aus den Zahlen lässt sich eine Reihenfolge ableiten, die sich an den meistgenannten Vorteilen orientiert und nicht am Funktionsumfang eines Anbieters.

  1. Online-Terminvereinbarung anbieten, und zwar so, dass tatsächlich freie Zeiten angezeigt und verbindlich belegt werden. Ein Kontaktformular, das eine Rückrufbitte auslöst, erfüllt den meistgenannten Vorteil nicht, weil am Ende doch telefoniert wird.
  2. Auf der Plattform auffindbar sein, über die inzwischen 58 Prozent buchen. Das dortige Profil verdient dieselbe Pflege wie die eigene Seite, von den Öffnungszeiten über das Leistungsspektrum bis zu den hinterlegten Terminarten.
  3. Automatische Terminerinnerungen einrichten. 43 Prozent nennen sie ausdrücklich als Vorteil, und jede erinnerte Patientin ist eine nicht verlorene Stuhlzeit.
  4. Absage und Verschiebung online ermöglichen. 26 Prozent wünschen sich das. Ein rechtzeitig abgesagter Termin lässt sich neu vergeben, ein unentschuldigt verstrichener nicht.

Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Schritt eins und zwei entscheiden darüber, ob eine Buchung überhaupt zustande kommt. Schritt drei und vier entscheiden darüber, ob der gebuchte Termin auch stattfindet.

Wiederkehrende Abläufe automatisieren

Terminerinnerung, Recall und die Bitte um eine Bewertung nach der Behandlung sind Aufgaben, die jede Praxis regelmäßig erledigt und fast immer von Hand. Solche Abläufe lassen sich mit einem No-Code-Werkzeug abbilden. Gemeint ist damit eine Software, in der man einen Ablauf grafisch zusammensteckt, statt ihn zu programmieren; ein verbreitetes Werkzeug dieser Art ist n8n.

Der eigentliche Gewinn liegt weniger in der gesparten Zeit als in der Verlässlichkeit. Ein automatisierter Recall läuft auch dann, wenn eine Kollegin krank ist oder der Empfang an diesem Vormittag drei Notfälle einschieben musste. Genau diese Ausfälle sind es, die eine sonst gut gepflegte Recall-Kartei über Monate ausdünnen, ohne dass es jemandem auffällt.

Vertiefung bei der Dentist Experience '26

Bei der Dentist Experience '26 vom 18. bis 25. September 2026 arbeitet Alexander Katona an genau diesen beiden Feldern: Online-Sichtbarkeit, also Google-Unternehmensprofil, Bewertungsportale und Auffindbarkeit auf den Buchungsplattformen, sowie Praxis-Automatisierung mit n8n von der Terminbestätigung bis zum Recall. Die Workshops sind so angelegt, dass die Teilnehmenden fertige Abläufe mit nach Hause nehmen und nicht Folien.

Praxismarketing scheitert selten an fehlenden Ideen. Es scheitert häufiger daran, dass mit Annahmen von vorgestern geplant wird. Ein Anstieg von 36 auf 64 Prozent in zwei Jahren, bei gleichzeitiger Verschiebung von der eigenen Website zur Plattform, ist genau so eine Annahme, die es zu aktualisieren lohnt.

Quellen

  • Bitkom: Zwei Drittel vereinbaren Arzttermine online, Presseinformation vom 22. Dezember 2025. Befragung durch Bitkom Research, 1.145 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, telefonisch, Kalenderwoche 38 bis 43 des Jahres 2025, repräsentativ. Quelle für 64, 50, 36, 16 und 18 Prozent, für die Aufteilung 58 zu 25 Prozent, für die Vorteilsnennungen 84, 58, 43, 37 und 26 Prozent sowie für das Zitat von Dr. Bernhard Rohleder.
  • Bitkom: Die Hälfte der Deutschen vereinbart Arzttermine online, Presseinformation vom 22. November 2024. Befragung durch Bitkom Research, 1.007 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, telefonisch, Kalenderwoche 38 bis 43, repräsentativ. Quelle für den Wert von 26 Prozent im Jahr 2019, für die Aufteilung 39 zu 33 Prozent bei 22 Prozent Doppelnutzung, für die Nutzungshäufigkeit 48, 29 und 21 Prozent sowie für 88, 75, 73 und 27 Prozent.

Über den Autor

Alexander Katona ist Mitorganisator der Dentist Experience und Referent für Praxismarketing und Praxis-Automatisierung. Seine Themen sind Online-Sichtbarkeit, Google-Unternehmensprofil, Bewertungsportale, Social-Media-Marketing und die Automatisierung wiederkehrender Praxisabläufe mit dem No-Code-Werkzeug n8n. Seine Workshops sind auf sofortige Anwendbarkeit angelegt, sodass die Teilnehmenden lauffähige Abläufe mitnehmen. 2025 stand er bei der Dentist Experience in Portugal auf der Bühne, 2026 ist er in Griechenland wieder dabei.

Alle in diesem Beitrag genannten Prozentwerte stammen aus den beiden oben verlinkten Bitkom-Presseinformationen. Erhebungszeitraum und Veröffentlichungsdatum sind jeweils im Text genannt, damit sich das Alter jeder Zahl ohne Klick auf die Quelle einschätzen lässt.

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