Wissenschaftlerin und Expertin für digitale Implantologie. Sie bewertet moderne Workflows und KI-Tools nach aktueller Literatur.
Ein neues Gerät verspricht mehr Präzision, ein neues Modul verspricht die bessere Planung. Die Frage, die selten mitgeliefert wird: Was sagen die Studien dazu? Dr. Sofya Sadilina aus Zürich stellt genau diese Frage und beantwortet sie mit der aktuellen Literatur statt mit dem Prospekt.
Dr. Sofya Sadilina, PhD, gehört zum wissenschaftlichen Personal der Klinik für Rekonstruktive Zahnmedizin am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich. Ihr Schwerpunkt ist die evidenzbasierte Bewertung digitaler Verfahren in der Implantologie: nicht, was möglich ist, sondern was belegt ist.
2025 erschien in Clinical and Experimental Dental Research die Übersichtsarbeit „Beyond Accuracy: Clinical Outcomes of Computer Assisted Implant Surgery“. Erstautorin ist Dr. Sofya Sadilina, zweiter Autor ist Dr. Kay Vietor, mit dem sie bei der Dentist Experience '26 gemeinsam auf der Bühne steht. Der Befund: Die navigierte Implantation ist deutlich genauer als die freihändige. Bei Implantatüberleben, Primärstabilität und Komplikationen unterscheiden sich beide Wege dagegen kaum, Vorteile zeigten sich vor allem in der ästhetischen Zone.
Im August 2025 veröffentlichte sie als Erstautorin in Clinical Oral Implants Research eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse zu ästhetischen Ergebnissen an Implantaten. Ausgewertet wurden 29 randomisierte kontrollierte Studien mit 1.414 implantatgetragenen Kronen, für 14 Studien mit 675 Patientinnen und Patienten lagen Einzeldaten vor. Das Ergebnis: Die Bewertung durch Behandelnde nach PES und WES zeigt keinen Zusammenhang mit der ästhetischen Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten, unabhängig von der Nachbeobachtungszeit.
Außerdem ist sie Mitautorin des „Glossary of Computer-Assisted Implant Surgery and Related Terms“ (2025), das die Begriffe der navigierten Implantatchirurgie erstmals einheitlich festlegt. Auch dort steht Dr. Kay Vietor mit auf der Autorenliste.
„Sind wir wirklich im digitalen Workflow angekommen?“ Die Digitalisierung von Arbeitsprozessen bietet uns in Zahnheilkunde und Zahntechnik nahezu täglich neue Perspektiven und Möglichkeiten. Gerade diese rasante Entwicklung macht es in der Praxis schwierig, zu entscheiden, welche der digitalen Abläufe prozesssicher und alltagstauglich sind. Intraoralscan, Cloudlösungen zur Datenverarbeitung, künstliche Intelligenz, digitale Implantatplanung, statisch und dynamisch digital unterstützte Implantatchirurgie und digitale Sofortversorgungskonzepte im Chairside-Workflow sind nur einige der Schlagworte, hinter denen sich viele interessante Optionen, aber auch manche Stolpersteine und Hindernisse verbergen. Welche Aufschlüsse kann uns die aktuelle Literatur zu einigen der digitalen Verfahren geben? Ist alles verlässlich in der Praxis anwendbar? Ziel des Vortrags soll es sein, über einige aktuelle Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Prozesse und über deren Einbettung in Workflows und daraus resultierende Effizienzgewinne aus der Sicht des Praktikers und der Sicht der Wissenschaftlerin zu informieren und Denkanstöße zu geben. Vortrag mit Live-Demo (Straumann AXS / Smart Design) und einzelnen Spotlights zum wissenschaftlichen Hintergrund: Intraoralscan, digitale Implantatplanung, Chairside-Workflow, iEXCEL. Gemeinsamer Vortrag mit Dr. Kay Vietor.
18. bis 25. September 2026, ROBINSON Kyllini Beach, Griechenland. Sechs Seminartage, 40 Fortbildungspunkte, maximal 30 Teilnehmende.